31. Oktober 2007

INSM-Mietmaul Dieter Lenzen beim Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA)

Erst vor wenigen Tagen berichtete das INSM-Watchblog darüber, dass der Präsident der FU Berlin, Dieter Lenzen, aus der Studentenschaft verdienten Gegenwind für seine neoliberale Propaganda in der Bildungspolitik und seine Tätigkeit für neoliberale Think Tanks wie die INSM erntete. Praktischerweise veröffentlichte der deutsche Hochschulverband kürzlich eine Umfrage, welche offenbart, wie die Rektoren deutscher Hochschulen - also Leute wie FU-Präsident Dieter Lenzen - ticken:

Der typische Hochschulrektor ist um die 60, wählt CDU und hält sich für unterbezahlt. Die Berufung guter Professoren ist ihm wichtig, mit Studenten hat er wenig zu tun.

Kein Wunder also, dass auch die Professoren häufig der Forschung mehr Gewicht geben als der Lehre, kommen die Studenten in deren Weltbild doch nur am Rande vor. Und weil auch Dieter Lenzen sich für unterbezahlt halten dürfte, ist er nicht nur williges Mietmaul der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), welche fleißig daran mitwirkte, den Studenten die sozial selektiven und für den Bildungsstandort Deutschland desaströsen Studiengebühren einzubrocken, damit die Arbeitgeber mit neuen Steuergeschenken ausgestattet werden können, sondern er ist auch ein so genannter Policy Fellow des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn:

Dieter Lenzen, IZA, Policy Fellow, INSM, FU Berlin

Das IZA Bonn hat sich unter anderem pseudo-wissenschaftliche Propaganda für die Einführung des Workfare-Konzepts in Deutschland auf die Fahnen geschrieben und war daher auch im INSM-Watchblog sowie bei Perspektive 2010 Thema einiger Blogeinträge. Bei dem Workfare-Konzept handelt es sich um das bei Arbeitgebern so beliebte Konzept, dass Empfänger von staatlichen Hilfsleistungen zu unentgeltlicher Zwangsarbeit im Namen der Götzen von Kapital und Wirtschaft verpflichtet werden sollen. Auf diesem Wege bekäme die deutsche Wirtschaft auf einfachstem Wege endlich wieder Zugang zu kosten- und rechtlosem Menschenmaterial wie zuletzt im Dritten Reich, in dem viele Arbeitgeberverbände und Konzernbosse ideologisch ohnehin bis heute verharren, wenn man deren gesellschaftspolitischen Ansichten betrachtet. Das IZA ist also auch wieder nur so ein überflüssiges, manipulierendes “Institut” der Geld-Elite, welches diejenigen, die schon mehr als genug haben, noch fetter und reicher machen soll, während die Massen rücksichtslos ausgebeutet und entrechtet werden.

Was liegt da also näher für Dieter Lenzen, als auch beim Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn als Mietmaul für neoliberale Wirtschaftsfaschisten seinen Dienst zu verrichten, wenn die INSM ihn gerade nicht braucht? Aber selbst das lastet die exzellente Exzellenz der FU Berlin noch nicht aus, wenn man den Angaben über Mitgliedschaften und Funktionen von Dieter Lenzen glauben darf. So ist Lenzen beispielsweise noch Mietglied der Initiative an morgen denken, welche sich für das neoliberale Idealbild einer Buchhalter-Universität einsetzt, welche wie ein Unternehmen geführt wird. Schließlich sollen ja im großen Stil Drittmittel aus Unternehmen und Stiftungen akquiriert werden können und da hätte Dieter Lenzen mit seinem profunden und unermüdlichen Einsatz für die Anliegen des Großkapitals und der Industrie sicher sehr gute Karten.

Damit das Bild der FU Berlin als Unternehmer-Hochschule nicht getrübt wird, werden natürlich nur erstklassige neoliberale Hohlbirnen als akademisches Personal zugelassen, während Dieter Lenzen zu weit links oder kapitalismuskritisch ausgerichtete Bewerber wie Albert Scharenberg trotz besserer Qualifikation ablehnt. So macht also ein Dieter Lenzen Elite:

Statt kritische und fähige Wissenschaftler an die FU zu holen, die wirklich mal etwas “Exzellenz” nach Dahlem bringen würden, schahrt “McCarthy-Lenzen” seit Jahren gezielt neoliberale Nullen um sich. Der Weg zur unternehmerischsten Hochschule scheint zwingen durch geistige Tiefebenen führen zu müssen.

Nun sollte jedem kritischen Studenten klar sein, warum der Dieter Lenzen-Fanclub neulich die Immatrikulationsfeier sprengte. Mit Slogans wie

68 ist vorbei, nur der Markt, der macht uns frei!

und

Freies Denken brauch ich nicht! Dieter sprich! Dieter sprich!

erwies der Dieter Lenzen-Fanclub seinem neoliberalen Elite-Idol alle Ehre. Denn offenbar vereint Lenzen in sich als Person und in seiner Funktion als Präsident der FU Berlin all das, was am Neoliberalismus am meisten zum Kotzen ist.